Rechts rockt nicht! Für schönere Partys ohne Nationalismus!

Mit dem politischen Rechtsruck hat eine musikalische Lebenswelt an Zulauf erfahren. Bands wie Frei.Wild und Unantastbar können mit völkischem und sexistischem Liedgut ganze Hallen füllen und kassieren ordentlich ab. Diese Geldmengen ließen so manche politische Überzeugung vergehen.

So veranstaltet seit 2018 die ProTradeIntegra GmbH (Träger des ehemaligen Punkrockversandes Nix-Gut) das rechtsoffene Festival „Rock dein Leben“ in Laichingen nahe Ulm, wo bisher Bands wie Frei.Wild oder Krawallbrüder auftraten. Die in Winnenden ansässige GmbH ist auch für den bundesweiten Vertrieb von Frei.Wild verantwortlich und betreut auch den KB-Records-Mailorder, welcher noch einschlägigere Bands führt.

In den Texten der Bands finden sich Blut-und-Boden-Ideologie, völkische Weltbilder und sexistische Geschlechterklischees. Offen wird auch sexualisierte Gewalt gegen Frauen besungen oder Bezug auf antisemitische Verschwörungsideologie genommen. Bei einigen Bands lassen sich auch Verstrickungen in die rechte Szene nachweisen.

Diese Entwicklung ist Teil einer Kultur, welche den Bereich dessen, was sagbar ist („das wird man ja noch sagen dürfen“), immer weiter nach rechts verschiebt. Einer Kultur, welche unterschwellig völkisches und antifeministisches Gedankengut reproduziert und von Neofaschisten Applaus erhält.

Diesen Anknüpfungspunkten rechter Mobilmachung wollen wir eine feministische, internationalistische und solidarische Perspektive entgegen setzen.

Gegen jeden Nationalismus und Antifeminismus!

Den (musikalischen) Rechtsruck stoppen!

 Am 20.07. um 14Uhr auf dem Marktplatz in Laichingen

Am 26.07. um 19Uhr auf dem Bahnhofsvorplatz in Winnenden

unterstützt von:

Kollektiv.26 – Autonome Gruppe Ulm
ALARM – Antifaschistische Linke [Antiautoritäre] Rems-Murr
Ernst-Bloch-Uni Tübingen
OAT Konstanz
DIE LINKE Ulm / Alb-Donau
Alb Offensive
SJD – Die Falken Ulm
Libertäres Bündnis Ludwigsburg (LB)²
Reclaim Your Streets Rv Rys
ROSA – Reutlingen for organisation, solidarity and actions
Konzertgruppe Strukturell Gemein
Antifa-Referat der Ernst-Bloch-Uni Tübingen
Libertäres Treffen Rems-Murr (libertaerestreffen(öt)riseup.net)
Zusammen gegen Rechts – Rems-Murr

„Rechts rockt nicht! Für schönere Partys ohne Nationalismus!“ weiterlesen

Gegen neue Polizeigesetze! Auf die Straße am 13. Juli!

Nach der massiven Verschärfung des Polizeigesetzes in Baden-Württemberg Ende 2017 plant die CDU im Innenministerium nun, der Polizei noch weitreichendere Befugnisse zur Überwachung einzuräumen. Diese Verschärfung reiht sich ein in ähnliche Gesetzesveränderungen in Bayern, NRW und Sachsen. Wie in diesen Bundesländern formiert sich nun auch Baden-Württemberg Widerstand gegen die freiheitsfeindlichen Gesetzgebungsverfahren der aktuellen Regierung. Wie in Bayern, NRW und Sachsen ist es auch hier höchste Zeit, dass der Unmut über diese Aufrüstung im Inneren sichtbar wird.

„Gegen neue Polizeigesetze! Auf die Straße am 13. Juli!“ weiterlesen

Ihr habt die Wahl: Aktiv dem Rechtsruck entgegentreten!

Demo in Karlsruhe: Samstag, 18. Mai, 14 Uhr, Karlsruhe, Kirchplatz St. Stephan
Zugtreffpunkt in Tübingen mit dem OTFR: 11:20 Uhr, Tübingen Bahnhof

Aufruf zur Demo

Im Mai ist die Europäische Union zur Wahl aufgerufen. Zusätzlich finden in Baden-Württemberg Kommunalwahlen statt – so auch in Karlsruhe. Viele Menschen fragen sich: Wie sehr wird der Rechtsruck Europa erschüttern und welche Folgen hat das für das Leben in unserer Stadt? Schon heute ist das Sterben auf dem Mittelmeer alltäglich und ausgrenzendes Gedankengut salonfähig geworden. Die Rufe nach Menschenwürde und Freiheitsrechten werden übertönt vom Geschrei nach Abschottung. Solidarität wird als „Gutmenschentum“ diffamiert. Europaweit haben sich populistische Parteien rechts der demokratischen Parteienlandschaft etablieren können. In Deutschland profitiert derzeit die „AfD“ am meisten vom Rechtsruck und befeuert diesen bei jeder sich bietenden Gelegenheit. Andere Parteien lassen sich davon treiben und populistische Töne gehören inzwischen zum parlamentarischen Alltag. Auch in Karlsruhe ist die AfD mit zwei Abgeordneten im Gemeinderat vertreten. Diese versuchen mit rassistischer Rhetorik Sozialstaat und Migration gegeneinander auszuspielen.

„Ihr habt die Wahl: Aktiv dem Rechtsruck entgegentreten!“ weiterlesen

Rechten Eliten keine Plattform bieten!

Vor genau 100 Jahren, im Jahr 1919, in München: die Münchner Räterepublik, an deren Aufbau unter anderem Kurt Eisner, Gustav Landauer und Erich Mühsam beteiligt waren, wird brutal niedergeschlagen. Damit wird die revolutionäre Selbstorganisation der Arbeiter*innen zerstört, hunderte Arbeiter*innen ermordet.

Tübinger Studentenverbindungen beteiligten sich tatkräftig an zwei, 800 Mann starken, Freikorpseinheiten. Als 1919 in München 500 Arbeiter*innen ermordet wurden, waren daran auch Tübinger Korporierte beteiligt, bereits 1920 verwendeten manche von ihnen das Hakenkreuz als Ausdruck ihrer völkisch-nationalistischen Gesinnung. Auch an der Niederschlagung des Arbeiter*innenaufstands im Ruhrgebiet waren Tübinger Studentenverbindungen beteiligt.

Die Kontinuitäten reichen bis in die Gegenwart: an den Freikorpseinheiten beteiligte Tübinger Verbindungen sind teilweise bis heute aktiv – und stolz auf ihre Geschichte des massenhaften Mordes: mit der absurden Begründung, sie hätten damit Ordnung in ein chaotisches Deutschland gebracht.

Mit dem »Arbeitskreis Tübinger Verbindungen« geben sie sich inzwischen offen und bürger*innennah, und veranstalten am kommenden Sonntag einen sog. »Bürgerfrühschoppen« auf dem Platz vor der Alten Burse. Diese Normalisierung einer Tradition von Arbeiter*innenmord und Menschenverachtung, von völkischem Nationalismus und reaktionären Seilschaften wollen wir nicht zulassen! Darum heißt es am Sonntag, den 12. Mai: Rechten Eliten keine Plattform bieten! Ab 9:15 Uhr auf dem Holzmarkt – Gegenproteste gegen den sog. »Bürgerfrühschoppen« der Tübinger Verbindungen!

»Tag der Befreiung«

Heute vor 74 Jahren haben die alliierten Truppen den deutschen Faschismus an der Macht besiegt. Insbesondere für die noch lebenden Opfer des faschistischen Terrors war dieser Tag ein Tag der Befreiung, darum ist er für uns ein Tag der Freude.

Gleichzeitig dürfen wir nicht vergessen, dass diese Befreiung für viele zu spät kam: etwa 13 Millionen Menschen waren durch die Nazis ermordet worden und etwa 65 Millionen sind im Zweiten Weltkrieg ums Leben gekommen.

Wir dürfen auch nicht vergessen: die Mehrheit der Deutschen ist durch die Alliierten eher besiegt als befreit worden. Die Kontinuitäten des deutschen Faschismus zeigen sich bis heute. Darum müssen wir beständig erinnern, aufklären und kämpfen: Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus!

Kommt darum heute zur antifaschistischem Demonstration vom OTFR! Um 17 Uhr am Europaplatz geht es los. Wir freuen uns auf euch!

Einiges los im Mai!

27. April: Freiheitsrechte verteidigen – gemeinsam gegen neue Polizeigesetze!
13 Uhr, Tübingen, Karlstraße

1. Mai: Arbeiter*innenkampftag – Gewerkschaftsdemo
10:30 Uhr, Tübingen, Europaplatz

3. Mai: Nachttanzdemo Reutlingen – Reclaim Your City!
19 Uhr, Reutlingen, Hbf

8. Mai: Tag der Befreiung vom Faschismus an der Macht – antifaschistische Demo!
17 Uhr, Tübingen, Europaplatz

10. Mai: Glänzende Vielfalt – Aktion von »Die Vielen« für die Freiheit der Kunst!
17:30 Uhr, Reutlingen, Marktplatz

12. Mai: Rechten Eliten keine Plattform bieten – gegen reaktionäre Seilschaften!
9:15 Uhr, Tübingen, Holzmarkt

18. Mai: Aktiv dem Rechtsruck entgegentreten!
14 Uhr, Karlsruhe, Kirchplatz St. Stephan – Zugtreffpunkt: 11:20 Uhr Tübingen Bahnhof

19. Mai: Ein Europa für alle!
13 Uhr, Stuttgart, Arnulf-Klett-Platz – Zugtreffpunkt: 11:30 Uhr Tübingen Bahnhof
Zuvor ab 12 Uhr, Stuttgart, Marienplatz: glänzende Demo für ein Europa der Vielen – Zugtreffpunkt: 9:30 Uhr Tübingen Bahnhof

#druckimkessel

Am Samstag, den 6. April, ist es soweit: in Stuttgart findet die Demo »#druckimkessel – Mieten runter!« im Rahmen des europaweiten Aktionstages zum Thema Mieten statt. Treffpunkt für eine gemeinsame Anreise ist um 12:40 Uhr am Tübinger Hbf.

In Stuttgart explodieren derzeit die Mieten – ein Problem, das vielen Tübinger*innen bekannt vorkommen dürfte. Nicht zuletzt die zwei Hausbesetzungen im Dezember letzten Jahren beweisen, welche verheerenden Auswirkungen Leerstand und Mietwucher auf den Tübinger Wohnungsmarkt haben. WG-Zimmer, die über 500 € kosten, sind keine Seltenheit mehr. Durch diese Mietsteigerungen wird es z.B. für BAföG-Empfänger*innen, aber auch für Beschäftigte mit niedrigem Einkommen, Auszubildende, Alleinerziehende, Rentner*innen oder Erwerbslose viel schwieriger, Wohnraum zu finden.

In Stuttgart haben sich die Mieten seit 2010 um 30 Prozent erhöht, für Neuvermietungen sogar um 45 Prozent. Immer mehr Menschen werden durch Mieterhöhungen und Umwandlung in Eigentumswohnungen aus ihren Wohnungen und Stadtteilen verdrängt. Stuttgarter Mieterhaushalte mit einem Nettoeinkommen unter 1300 € geben fast 60 Prozent ihres Einkommens für das Wohnen aus. Gleichzeitig stehen tausende Wohnungen in der Stadt leer, auch aus Spekulationsgründen; die Zahl der Sozialwohnungen sinkt von Jahr zu Jahr.

Höchste Zeit also, dass sich etwas ändert: ein tief greifender Wandel in der Wohnungspolitik ist erforderlich. Der Mietenwahnsinn ist kein schicksalhaftes Unglück, sondern hausgemacht und hat System. Wir fordern eine solidarische Wohnungspolitik, die sich nicht an Profit und Verwertungsinteressen, sondern an den Bedürfnissen der Menschen und der Umwelt orientiert. Die Verdrängung von Mieter*innen muss gestoppt, der soziale Wohnungsbau massiv ausgeweitet werden. Mietenwahnsinn ist kein individuelles Problem von Wenigen, sondern betrifft die Mehrheit der Menschen in den Städten – egal ob Stuttgart oder Tübingen.

Wir fordern:
– Bezahlbare Wohnungen für alle – jetzt.
– Sozialen Wohnungsbau in öffentlicher Hand massiv ausweiten
– Leerstand konsequent und ohne Kompromisse zu Wohnraum umwandeln
– Zwangsräumungen stoppen
– Keine Verdrängung durch Modernisierung und Abriss
– Boden ist keine Ware – Spekulation stoppen

Seid dabei, kommt mit und setzen wir auch ein Zeichen aus und für Tübingen!

Exkursion zum Ernst-Bloch-Zentrum in Ludwigshafen

Gemeinsam werden wir am Donnerstag, 14.03.2019, die Sonderausstellung Remember ’68 und anschließend den Vortrag 1968: Worauf wir stolz sein dürfen von Gretchen Dutschke-Klotz im Ernst-Bloch-Zentrum in Ludwigshafen besuchen.

Treffpunkt: 14,03., 10:45, Tübingen Hbf

Auf unserem Flyer ist von einer späteren Uhrzeit die Rede. Da das Bloch-Zentrum uns aber eine Kuratorenführung durch die Sonderausstellung angeboten hat, fahren wir schon um 11 Uhr los.

Die Teilnehmer*innenplätze sind begrenzt, meldet euch also am besten frühzeitig. Ein Anspruch auf Teilnahme besteht nicht. Die Exkursion wird vom Studierendenrat der sog. »Eberhard Karls Universität« gefördert, diese Förderung ermöglicht die Übernahme von Fahrt- und Eintrittskosten, steht aber nur Studierenden der Universität Tübingen offen. Wir danken dem Studierendenrat für die Förderzusage! Auch alle anderen sind willkommen, die Eintrittspreise liegen zwischen 7 Euro (für Studierende anderer Hochschulen) und 14 Euro (für Nicht-Studierende) zuzüglich der Kosten für geteilte Baden-Württemberg-Tickets.

(Disclaimer: Die Teilnehmer*innenplätze sind begrenzt. Gefördert wird die Teilnahme von Studierenden der Uni Tübingen. Ein Anspruch auf Teilnahme/Förderung besteht nicht. Meldet euch am besten frühzeitig. Wir danken dem Studierendenrat für die Förderzusage. Auf die Exkursion wird/wurde in der Woche vom 4. bis 7. März per Flyer und Plakaten in den Mensen hingewiesen. Zur Durchführung bzw. Finanzierung der Exkursion muss ggf. eine Teilnehmer*innenliste dem Ernst-Bloch-Zentrum bzw. dem Studierendenrat der sog. Eberhard-Karls-Universität (und damit schlimmstenfalls indirekt auch der Universität und anderen wenn der StuRa überprüft wird) zur Verfügung gestellt werden. Finden wir auch doof, anders wäre die Exkursion aber nicht bezahlbar. )

Unser Redebeitrag auf der Kundgebung gegen das Cyber Valley am 16. Februar

Am 16. Februar lud das Offene Bündnis gegen das Cyber Valley zu einer Kundgebung auf dem Tübinger Holzmarkt ein. Wir beteiligten uns mit einem Redebeitrag, den wir hier dokumentieren:

»Moin Moin Ernst Bloch!

Vielen Dank, dass ich hier heute ein paar Worte zur Tübinger Hochschulpolitik und aus der Tübinger Hochschulpolitik sagen darf. Ich bin bei der Ernst-Bloch-Uni und in einer Fachschaft aktiv und natürlich machen wir uns auch dort Gedanken, welchen Beitrag wir zum Protest gegen das Cyber Valley leisten können. Dabei kamen wir auf die Idee, eine Vortragsreihe zu organisieren. Damit haben wir schon ein wenig Erfahrung und wir hoffen, damit einen kleinen Teil zu der Debatte beitragen zu können.

„Unser Redebeitrag auf der Kundgebung gegen das Cyber Valley am 16. Februar“ weiterlesen

Rechter Terror hat Tradition: zur Ermordung von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht

Heute vor 100 Jahren, am 15. Januar 1919, wurden Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht in Berlin ermordet. Rechte Bürgerwehren und Freikorps, die den Januaraufstand zerschlagen wollten, waren daran ebenso beteiligt wie militärische Truppen und der SPD-Politiker Gustav Noske. Einen guten Überblick zu den Geschehnissen damals gab vor wenigen Tagen ein Artikel in der FAZ (!), insbesondere zu den Verstrickungen der SPD empfehlen wir euch auch einen Artikel in der Zeitschrift »analyse & kritik«, sowie das taz-Interview mit dem Journalisten und Filmemacher Klaus Gietinger. Letzterer kommt übrigens demnächst nach Tübingen, zur Veranstaltung »Eine Leiche im Landwehrkanal. Die Ermordung der Rosa L.« der Rosa-Luxemburg-Stiftung Baden-Württemberg im Club Voltaire am 28. Januar. Lesenswert ist auch das Interview mit dem Spiegel aus dem Jahr 1962, in dem der Offizier Waldemar Pabst stolz davon berichtet, den Befehl zur Ermordung Luxemburgs gegeben zu haben. Dieser Waldemar Pabst wurde übrigens später zum Direktor von Rheinmetall, Freund von Göring, Waffenhändler, und MAD-Mitarbeiter. Er wurde für seine Taten nie gerichtlich belangt, sondern starb mit 90 Jahren in Frieden und Freiheit in der Bundesrepublik.

„Rechter Terror hat Tradition: zur Ermordung von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht“ weiterlesen